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Living Legends - The Gathering EP Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Prayamond   

Begeistert meldete ich mich auf den dringenden Aufruf nach Verstärkung bei Freshbeatz.com und bekam auch prompt meinen ersten Auftrag: die EP einer Crew zu reviewen, von der ich noch nie was gehört habe. Ja, ja, peinlich, ich weiß. Wie ich dem mir zur Verfügung gestellten Material entnehme, gibt es die besagte Crew nämlich schon seit 12 Jahren. Also sollte man sie wohl eigentlich kennen... Natürlich ist es eine Herausforderung und eine Ehre für mich, meine allererste Review über solche Legenden zu schreiben.



Richtig, es geht um die Living Legends, aber das habt ihr sicher schon am Titel erkannt. Und sicher sind die folgenden Hintergrundinfos auch nichts Neues für euch. All denen, die jetzt jedoch ähnlich beschämt über ihre Wissenslücke sind, wie ich, verrate ich das Geheimnis:


MURS, Scarub, Bicasso, Eligh, Aesop, Sunspot Jonz, Luckyiam & The Grouch.

Nichts verstanden? Na, das sind die Namen der acht Solokünstler, die, wenn sie sich zusammen tun, Living Legends ergeben – eine Crew aus dem Westen der USA, die ihre Anfänge in den frühen Neunzigern hatte und seitdem unabhängig von Major Labels blieb. Noch immer ist ihnen die Liebe zur Musik wichtiger, als damit Geld zu machen und dafür nehmen sie gern die Arbeit in Kauf, die nötig ist, um ihre Releases selbstständig unter die Leute zu bringen.

So auch die aktuelle EP: "The Gathering" (dt.: "Die Versammlung") – erschienen Ende 2008 unter Legendary Music, sieben Tracks stark und auf jedem sind alle Acht verteten.
Ich hab die Platte jetzt ein paar mal durchlaufen lassen. Hier mein Eindruck:

Los geht's direkt mit dem Titeltrack, "The Gathering". Ein Representer mit ziemlich coolem Beat: melodiöses Synthie und "klackende" Snare. Der Hörer bekommt gleich zu Anfang eine Übersicht über die unterschiedlichen, und, wie ich finde, sehr tighten Flows, der einzelnen Acts.
Okay, weiter geht's: "She wants me". Die Gesangs-Hook und die Synthies, machen diesen Titel zu meinem Favoriten. "My girlfriend got a girlfriend, I ain't leavin' this chick," – nett!
"Pants On Fire" ist der erste sozialkritische Track auf der EP und handelt von Lügen seitens der Regierung. Das quietschende Geräuch in der Hook klingt für mich stark nach Feuerwehrsirenen und passt somit gut zum Titel.
Kritisch geht's weiter mit "War & Peace" auf chilligem und dennoch schnellem Beat, dessen atmosphärische Sounds mich ein ganz klein wenig an "Reanimation" von Linkin Park erinnern. Das Thema Krieg wird hier insofern aus "positiver" Sicht behandelt, als dass die Menschen von der Straße dazu aufgefordert werden, sich in Frieden zu vereinigen, um für ihre Freiheit einzustehen. "Wenn du Krieg führen willst, musst du mit Frieden anfangen!"
"Luva Changer" klingt wieder ganz anders. Sehr smoother, R'n'B-angehauchter Beat und wieder eine Gesangshook. Aber diesmal nicht so wirklich mein Geschmack.
Der kürzeste Titel auf der EP ist "Samba", durch dessen eher reduziert gehaltenen Beat das Spiel mit Reimen, Flow und Doubletimeparts stärker zur Geltung kommt.
Den Abschluss macht das jazzige "After Hours", welches durch den langen, frei gesprochenen Teil am Schluss zum längsten Track der EP wird. Ist ziemlich witzig zuzuhören, bei so Sätzen wie "We're the best in the world, I feel the breasts of your girl" oder "You shouldn't do drugs that are harder than you, [...] because the hangover in the morning is gonna beat your ass."

Sowohl die abwechslungsreichen Beats, als auch die authentisch wirkenden Texte, die mal ernst und wach rüttelnd, und mal lustig und unterhaltsam sind, machen "The Gathering" zu einer durchaus sehr passablen Platte. Allerdings trifft der Style nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, weshalb ich sie mir wohl nicht mehr so oft anhören werde.
Für Fans dieses Genres lohnt es sich jedoch auf jeden Fall mal reinzuhören und ich bin mir sicher, dass sich einige für "The Gathering" begeistern werden.

 
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