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Stereo MC´s | CBE Cologne | 06.12.11 | Report Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Björn Wort   
WOODEN HEART by Stereo MCs

Pünktlich um 21:00 betrat ich den Club Bahnhof Ehrenfeld, von uns Kölner nur CBE genannt. Kurz gesammelt, bemerkt dass kein Molton mehr die schönen großen, gefensterten Rundbögen der alten Räumlichkeiten verdeckt, was ich gerade im Winter als sehr schön empfunden habe, schnell noch den Merchandise stand gecheckt und dann Durchmarsch in den "Konzertbogen". Gut gefüllt , da auch eine Stagetime von 21:00 angesetzt war, vielen mir erneut Neuerungen im CBE auf die sich später noch als positiv  erweisen sollten. Neben unzähligen gut plazierten Boxen konnte man schon auf eine visuell toll untermalte Show hoffen (die Lichttechnik wird allerdings Equipment der Stereo MC´s Tour gewesen sein, wir werden´s beim nächsten Besuch sehen). Kurz mit dem Fotografen beraten, der zum wiederholten Male von unseren Freunden den Mediababes kam, ob und wie wir uns plazieren, entschied ich mich wie eigentlich immer neben den "Sound Engineers" zu stehen und ihn an vordersten Foto-Front kämpfen zu lassen. Das Licht in rot gedämpft, hing eine erwartungsvolle Stimmung in der Publikum´s Luft. Das war auch der einzige Duft trotz dubiger dope beats, denn das CBE hat absolutes Rauchverbot. Gegen 21:15 tauchten Bassist und Schlagzeuger kurz auf, verschwanden kurz wieder und ich nutze die Zeit für eine obligatorische Runde durch das Publikum, vorbei an "meinem Platz", durch´s Foyer raus in den "Biergarten". Toll dachte ich mir, endlich bin ich mal wieder nicht einer der Ältesten auf einem "HipHop-Konzert". Ja, HipHop-Konzert, den diesen haben Roy Birch nie geleugnet, jahrelang um der Fans willen mehr gerappt als gesungen, um an diesem Abend eine Ihrer vielleicht besten und vielfältigsten Platten ihrer langen Bandgeschichte zu präsentieren. So stand ich da und telefonierte noch mit einem Freund der wie immer viel zu spät dran war und da ertönte es, das epochale Intro der aktuellen Platte "Emperor´s Nightingale". Da ich es hasse nicht jeden einzelnen Ton eines Konzertes mit zu kriegen, stürmte ich wie von der Tarantel gestochen in den Saal  um mir "meinen Platz" erstmal wieder erkämpfen zu müssen. Denn zwischenzeitlich war es doch ordentlich voll geworden aber nicht komplett überfüllt was ich nach einigen komplett ausverkauften Abenden im CBE zu schätzen wusste. Und was nun folgen sollte war bei allem Respekt zu all den unzähligen Bands denen ich bereits "Das beste Konzert seit langem" attestiert hatte,  "Das Beste Konzert seit Ewigkeiten"! Rob Birch, ein Charakter-Typ vor dem Herrn, den man an dieser Stelle nun wirklich nicht mehr groß beschreiben muss, nahm die Bühne innnerhalb der ersten Takte direkt in seinen Beschlag. Zu seiner linken zwei atemberaubende Background-Sängerinnen und der Bassist, im Hintergrund gaben Schlagzeuger und Gründungsmitglied DJ Nick Hallamden Ton an. Das Publikum feierte frenetisch jeden einzelnen Song. Von Klassikern der "Supernatural" wie "Declaration" über "Deep, Down & Dirty" Tracks samt live fantastisch umgesetzten Titeltrack bis zu ihrem brandneuen Material der "Emperor´s Nightingale". Rob Birch gab absolut alles und noch mehr, da kann sich manch ein Jungspund noch eine große Scheibe von abschneiden. Nach einer Stunde dann Angst, Schock, Verzweiflung. Die Fünf Protagonisten verliessen schlagartig nach ihrem vermeintlich letzten Song die Bühne. Was dann jedoch folgte habe ich Ewigkeiten nicht mehr erlebt. Im schlimmsten Fall wären ja 60 Minuten nicht weniger gewesen als der Durchschnitts Übersee-Act gerne  mal in Deutschland spielt. Aber diese Rechnung hatte man ohne die Stereos gemacht. Nach Zugaben wie "We Belong In This World Together" und "Sunny Day", bei dem ich gerade auf dem Konzert klar das Rolling Stones Sample "Paint It Black" rausgehört habe, entfachte noch ein wahres Dubstep-Gewitter im CBE. Vier Lieder später verliess die Band erneut die Bühne um sich nach minutenlangen Applaus ein zweites Mal auf die Bühne zu holen zu lassen. Also sieben Zugaben, die gefühlt fast nochmal solang waren wie das eigentliche Konzert waren später, machten diesen Abend ungelogen zu einen der "flashigsten" live-Erlebnisse die ich je hatte. Nicht nur auf Grund der wahnsinns Lichtshow die ich bereits zu Beginn erwähnt habe. Dass "Connected" gespielt wurde ist da eigentlich schon keiner Zeile wert und es ist gut so, dass Rob Birch und Konsorten im Jahr 2011 so emanzipiert von alten Erfolgen zusammen musizieren. Und nach "Boy" vom aktuellen Album lieferten die Stereos einen würdigen Abschied um den Fans eine viertel Stunde später noch am Merchandise Rede und Antwort zu stehen, T-Shirts und Platten zu signieren oder sich einfach nur  zusammen mit Fans ablichten zu lassen. Wie sagt man im HipHop doch so schön, ONE LOVE!

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