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Casper | 18.11.10 | Underground Köln Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Björn Wort   
„Keine Angst, ich bin´s Casper“. Die Kids unter uns werden sich noch an dieses Zitat erinnern können und ich denke, dass dieser Bezug auf seinem Namen eher zustimmt als das er sich spukend durch ein altes Schloss treibt. Eins aber haben beide Namensgeber gemeinsam, Casper spuckt im Moment in allen Köpfen auf locker, lässige Weise herum, wie einst auf seinem Rollbrett. Casper ist jetzt für mich auch kein "neuer". Natürlich, er ist DER Newcomer, aber wie schon bei seinem „Leidensgenossen“ Marteria sind beide halt gar nicht mehr so neu. Nur neu gesignet. Mir noch bekannt von diversen Freestyle-Jams Anfang der Nuller-Jahre und seinem ersten Mixtape Die Welt Hört Mich war es nie wirklich ruhig um den Bielefelder Benjamin Griffey geworden. Und das was Casper da am 18.11.10 im Kölner Underground so abgeliefert hat bewies seine Rastlosigkeit par exellence. Nach Ausflügen in den Metalcore mit seinen Bands A Fear Called Treason und der Hardcore Band Not Now Not Ever, die mit ihm eine EP veröffentlichten, scheint Casper nun endlich seinen Weg gefunden zu haben. Eine energiegeladene Show im ausverkauften Underground zeigte Ihn samt Band von ihrer bester Seite. Gerade frisch auf dem Erfolgslabel FourMusic unterschrieben strotzten die Jungs nur so vor Tatendrang. Dabei besteht die aktuelle Backing-Band von Casper aus alten Weggefährten seiner alten Band Not Now Not Ever und neuen Bekanntschaften. Diese spielten einen Mix aus alten Songs von seinem Debut Album Hin Zur Sonne, 667 & Selfmade Records Veröffentlichungen und neuen Songs vom namentlich noch nicht bekannten Album und entzückten damit das gemischte Indie-Rap Publikum. Und da wären wir bei diesem Mix von Indietum und Rap den ich für so wegweisend bei Casper halte. Casper verbindet diese beiden Strömungen mit der eben schon erwähnten Lässigkeit. Skinny-Jeans und Karohemd, Drumcomputer und Doppelreime, Tattoos und Plugs, Rappen und Machogehabe. Die fast zwei Stunden Konzert waren ein Mix aus zwei Welten die vor Casper noch so gar nicht zueinander zu passen schienen. Und doch kannte das Publikum jede einzelne Textzeile bei den hervorragend live umgesetzten Tracks wie „Hin Zur Sonne“, „Unzerbrechlich“, „In Deinen Armen“, „Kein Held“ oder „Deine Jugend“. Es wurde gemoshed, gepoggt, von der Bühne gesprungen und gefeiert als gäbe es keinen Morgen mehr. Und gerade mit dem neuen Material wie dem zum Beispiel in unserem Video zu sehenden Song „Alaska“ bewiesen Casper und Band, dass es eine Schnittstelle zwischen The Killers und Curse, MGMT und Mädness, ja zwischen Indie und Rap gibt. Zu guter Letzt gab es dann noch ein Medley aus Nirvana & Bloc Party Songs welches die Crowd in Exstase versetzte und spätestens die allerletzte Zugabe "Mittelfinger Hoch" liess den Schweiss dann von der Decken tropfen. Weiter so.

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