Jedi Mind Tricks – oder die Rückkehr der HipHop Jedi-Ritter, ganz exclusiv in NRW. JMT – das sind Vinnie Paz, Jus Allah, Crypt the Warchild und DJ Kwestion. Zumindest für diesen Abend auf der Bühne der Kölner Werkstatt, einer in meinen Augen noch viel zu selten fokussierten Party-Location in Köln die sich aber auch hervorragend für Live-Konzerte eignet. Produziert werden die Jungs von dem DJ und Produzenten Stoupe The Enemy of Mankind, aber auch mit Kollegen wie Esoteric, Celph Titled, Apathy, Reef the Lost Cauze, Outerspace, Faez One, Des Devious, King Syze und Chief Kamachi haben Vinnie Paz und Stoupe unter Ihrem Side-Project The Army Of The Pharaohs schon zusammen gearbeitet. JMT gehören zu den prominentesten Vertretern des Hardcore-Hip-Hop im US-Underground, insbesondere durch ihr zweites Album Violent By Design, einer der bedeutendsten Independent-Platten des Genres schafften sie 2000 den schmalen Grad zwischen Underground und Business. Neben ihren sechs JMT Alben aus den Jahren 1998-2008 (1997:The Psycho-Social, Chemical, Biological & Electro-Magnetic Manipulation Of Human Consciousness, 2000:Violent By Design, 2003:Visions Of Gandhi, 2004: Legacy Of Blood, 2006: Servants in Heaven, Kings in Hell, 2008: A History of Violence) gab es noch diverse EPs, Army Of The Pharaohs Veröffentlichungen und drei Solo-Alben von Vinnie Paz. Sein aktuelles Album Vinnie Paz - Season Of The Assassin (2010) sollte auch Anlass für die diesjährige Europa-Tour sein. JMT – die überhaupt erst im Jahr 2005 mit ihrem Gig in Zürich das erste Mal Europa betreten haben erfreuten seit dem her einer immer stärker wachsenden Fangemeinschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und das zeichnete sich auch am 09.11.10 in der Werkstatt ab. Im Vorfeld heiß diskutiert mit meinen Kollegen von Freshbeatz, rechnete ich eher mit einem mäßig besuchtem Konzert, hatten wir doch noch vor gut einem Jahr die Hardcore-Vertreter Ill Bill & Slaine nach der Auflösung von Non Phixion im damals noch losen Zusammenschluss der La Coka Nostra in Köln vor einem sagen wir mal recht elitären Publikum gesehen. Aber entgegen aller Erwartung kamen wir an diesem Abend in eine gut gefüllte Werkstatt die sich während des Support-Acts auch noch weiter füllen sollte. Diesen stellten fast pünktlich gegen 20:45 die Kölner Rapper Mighty Maho & Benyo Hussain, erster mir noch bekannt vom Kollektiv, letzterer von der Köln-Porzer Crew Komekaté. Solide Beats und anständige Flows versetzten das Publikum jedoch noch nicht so richtig in Extase. Vielleicht lag es daran, dass man die Jungs die letzte Zeit doch sehr oft in Köln als Vorgruppe gesehen hat, vielleicht aber auch an dem Umstand, das diese Mischung aus Battle- und Straßen Rap nicht so ganz zum JMT-Hardcore Publikum passte. Aber es gab wohl an diesem Abend (mir unverständliche) Probleme überhaupt einem geeigneten Support zu finden und somit waren die Jungs nicht die schlechteste Lösung. Als dann gegen 21:30 Vinnie Paz, Jus Allah, Crypt the Warchild und DJ Kwestion die Bühne betraten gab es schon beim ersten Track keinen Halt mehr. Das vorwiegend männliche Publikum kannte fast jede Textzeile der Philly-Jungs auswendig. Und so rockte und rappte, poggte und moshte der Mob das die Werkstatt nur so vor Energie kochte. Klassiker aus der mehr als 13-Jährigen Band Geschichte wie „Fuck The Police“, „Heavy Metal Kings“ oder „Trail Of Live“, aber auch die noch recht neuen Songs von Vinnie Paz´ Solo-Joint wie „Keep Movin´On“ oder „End Of Days“ machten diesen Abend zu einem wahren Hardcore-HipHop Erlebnis der ganz besonderen Art. Ich für meinen Teil hoffe, dass dieser ehrliche, roughe Rap noch lange sein Dasein zwischen als dem Plastik-Shit da draußen fristet! HipHop never die…