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Geschrieben von: Monchichi
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Summerjam 2009
Infernalisch tobte ein Gewitter Freitags über Köln. Der Hinweg glich eher einer Bootsfahrt als einer Autofahrt. Je näher ich jedoch der Festivalinsel kam, um so freundlicher gestaltete sich das Wetter und als ich kurz vor Einlass das Summerjamgelände betrat, fing die Sonne auch schon an gegen die dunkeln Wolken zu kämpfen. Nach Einlass füllten sich schnell die Wiesen mit bunten Gestalten und die Leute schwirrten neugierig um die Verkaufs- und Essensstände herum. Mit dem Summerjam beginnt der Sommer und es war wie erwartet wieder einmal ein unglaubliches Erlebnis, eine ganz andere Welt in die man eintauchen konnte. Unerwartet hob sich das Festival das Allerbeste bis zum Schluss auf. Vorher konnten wir zu Nosliw abgehen, der gewohnt ein hammer Konzert ablieferte mit seinen Evergreens wie “Musik” oder “Wie weit”. Der Headliner der Red Stage besann sich zum Glück am Anfang seiner Performance auf seine hiphoppenden Reggaewurzeln und brachte Medleys aus “Vergiftet” und anderer alten Stücken von ihm. Funky Delay konnte es aber nicht lassen und funkte dann leider wieder mit seinen mittelmäßigen neuen Liedern über die Bühne. Wie jedes Jahr hieß es auch dieses Mal, dass ein paar Künstler nicht ausreisen dürften. Zwei gut ausgesuchte Ersatzkünstler Alborosie und Ziggi füllten diese Lücken. Bevor die beiden aber loslegten war mir Jondo zu chillig und I Fire sahen eher aus wie aus einem Super Mario Spiel entflohen. Der Wahljamaikaner Alborosie machte eine super Show und “Kingston Town” und “Herbalist” waren unter anderem wirksame Erfolgsgranaten. Zu Freuden seiner Fans und all die, die es noch werden wollten gab Alborosie den Clown beim Duett mit leye( Mama she don´t like you). Hallelujah! Die afrikanische Fraktion, vertreten durch Tiken Jah Fakoly, die deutsche von Samy Deluxe und die jamaikanischen Headliner des Abends Junior Kelly, Buju Banton, Bunny Wailer beglückten an diesem Abend die Reggaefans. Doch was am nächsten Tag schon auf uns wartete war unglaublich. Angefangen mit U Roy und Pablo Moses die mit sweet sweet Roots Reggae in den letzten Summerjam Tag starteten. Baaba Maal bereits berühmt in seinem Heimatland Senegal, mir bis dato völlig unbekannt, lieferte ein einzigartiges Feuerwerk an Rhythmen ab. Die gerade aus ihren Zelten Herausgekrochenen nahmen den Künstler begeistert auf und tanzen sich ausgelassen den Kater des Vorabends aus den Gliedern. Sein Debut gab der aus Guadeloupe stammende Künstler Admiral T. Mein persönliches Highlight des Festivals. Mittlerweile waren die meisten auch wieder aus ihrem Schlafkoma erwacht und waren bereit für Admiral T. Sein Auftritt war einmalig und seine Dancehall- Energie sprang sofort über. Die Luft brannte, das Publikum schrie und sprang vor Ekstase und der Rausch hielt von der ersten bis zur letzten Minute an. Das Adrenalin war bis in die Zehenspitzen zu fühlen und die Menge verlangte immer mehr von Admiral T. Alles hat ein Ende, leider, aber was lässt sich anderes über seinen Auftritt sagen als überragend, fantastisch, einzigartig oder mitreißend?! Das Adrenalin und die Glücksgefühle wollte nicht so schnell mehr weichen. Nneka ist leider etwas in Ungnade gefallen, da ich noch immer unter Strom stand und mich nicht mehr einlassen konnte auf die Eigenwilligkeit Nnekas Musik. Hier völlig unbekannt, selbst in Latino Kreisen war die letzte Band des Abends. Auf Nahuatl heissen sie “Ozomatli” das im Deutschen das Symbol des Affens darstellt, der in aztekischem Glauben auch der Gott des Tanzes ist. Die aus L.A. stammende Band mit Latino Wurzeln erinnert ein bisschen an die Mexikaner von Panteón Rococo, ist aber in ihrem musikalischen Repertoire vielseitiger. Sie verbinden, Funk mit Rap, Salsa und Cumbia und brachte mit ihrer abwechslungsreichen Musik einen gelungenen Summerjam Abschluss zustande. Dann war es plötzlich wieder vorbei. Drei Tage mit einem gemütlichen und friedlichen Festival Flair der extraklasse musste der Realität wieder einmal Platz machen. Die große Summerjam Familie zerstreute sich in alle Himmelrichtungen- mit Vorfreude auf das nächste Jahr. Keeping the good vibes.
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