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06. April 2009 - Lunte & Slomo und Illoyal im Blue Shell - Köln Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Gebull   

Irgendwann in den Nachmittagsstunden des sechsten April, erfuhr ich von einem Bekannten, dass am Abend Illoyal und Lunte mit seinem Beatbastler Slomo im Kölner Blue Shell auftreten. Kurzerhand entschloss ich hinzugehen, da mir Lunte von - ausgesprochen guten - Funkviertel-Releases bereits ein Begriff war und weil ich mit Illoyal sehr gute Raps mit hoher Inhaltsdichte in Verbindung brachte. Der Abend fing also viel versprechend an.

Ich war um ca. halb neun am Blue Shell und war beim Eintritt ein bisschen verärgert darüber, dass die zwei Euro Mindestverzehr nicht auf dem Flyer Erwähnungn fanden. Als ich dann drin war, dauerte es noch eine gute Stunde bis das Konzert anfing.

Den Anfang machte Illoyal, der zu meiner großen Freude ein T-Shirt von den "Goldenen Zitronen" trug. Guter Musikgeschmack ist bei vielen Rappern ja leider nicht omnipresent. Was da allerdings musikalisch auf mich zu kam, war etwas gänzlich anderes als ich erwartet hätte. Illoyal, der mit einer kleinen Bandbesetzung auf der Bühne stand, feuerte nicht etwa seine mir bekannten Reimgewitter ab, sondern zeigte ausschließlich Lieder seines aktuellen Albums, das mit Rap nur noch entfernt etwas zu tun hat. Im Stil von Audio88 verschachtelte er intelligente Sätze in komplizierten Aussagen, verzichtete dabei aber komplett auf Metrik und Reime.
Die Aussage seiner Texte wurde mit wildem Instrumenten-Gewirr und Drumcomputer-Sounds unterlegt. Dies war zwar sehr interessant und bisweilen auch tiefsinnig, allerdings fiel es mir schwer den Texten zu folgen und die Inhalte nachzuvollziehen. Auf Dauer ist mir so eine Musik dann doch zu anstrengend.

Nach Illoyals Auftritt wurde eine kleine Raucherpause eingelegt und nach ca. fünf bis zehn Minuten ging das Programm weiter mit Lunte & Slomo.
Tatsächliche verbrachte Lunte die meiste Zeit damit, seinen Blog, der im Übrigen unter http://20uhr15.blogspot.com zu erreichen ist, zu bewerben; und sein Programm für meine Begriffe sehr lieblos runterzurasseln. Wenn ihm die Reaktion des Publikums nicht gefiel, stoppte er einige Songs einfach in der Mitte, sagte halb zu sich selbst, halb zu Slomo, dass dem Publikum langsamere Sachen offensichtlich besser gefielen würden und zog damit die Laune des, ohnehin schon irritierten, Publikums auf ein Minimum herunter.
Die wenigen Leute, die nach seinem eigentlichen Programm, welches sich nur über ca. eine halbe Stunde zog, eine Zugabe verlangten, wurden mit einem schroffen "Nee, ick hab jetzt keen Bock mehr" abgetan und Lunte zog sich zu Bekannten von sich zurück, so dass ich irritiert und leicht genervt das Blue Shell verließ. Für 7 Euro erwarte ich ein bisschen mehr, als einen genervten Pseudo-Entertainer, der sein Programm ohne Gefühl in kurzer Zeit runterspult. Zum Glück war Illoyal da, der, meiner Meinung nach, dem Abend noch eine amüsante Note verpassen konnte. Für Illoyal alleine hätte ich allerdings nicht so viel Geld auf den Tisch gelegt
Schade drum!

 
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