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"Der Stoff Aus Dem Die Regenschirme Sind - Record Release"
Was soll ich sagen. Einmal mehr spielten HUSS UND HODN mit Ihrer ENTOURAGE in der Heimatstadt. Bis dato hatte ich die Jungs irgendwann mal nachts im "Purple Club" auf einer 1 x 2 Meter Bühne gesehen, DJ Des Griffin (HULK HODN) an den Cutz und der RETROGOTT (KURT HUSTLE) auf der Bühne. Nicht grad voll, aber das Publikum schien sie zu mögen. Das war noch vor der Zeit ihres ersten Longplayers "Jetzt Schämst Du Dich". Also Mr. Freshbeatz angehauen, dass ich mir das Ganze mal im "Bogen 2" anschauen wolle, da wäre das Abschlusskonzert der aktuellen "Der Stoff Aus Dem Die Regenschirme Sind" Tour samt Record Release Party. Etliche positive Reviews in den zwei einschlägigen HipHop Mags später und ein wenig Interesse meinerseits reichten dazu, den Sonntag Abend nicht vor dem Hollywood Blockbuster "World Trade Center" zu verbringen, sondern ein, zwei Bier vorgetankt mal in den Bogen zu radeln. Dort erstmal Überraschung. Ein schöner, lauer Abend anfang April gepaart mit einer überschaubaren aber doch beachtlichen Masse an Kids, bekannten Gesichtern und einer Hand voll "alten Gestalten" stand quitschfidel mit Bier und Kippe vor´m Bogen und wartete entweder auf die Gästeliste oder darauf, ihren Ausweis der Security vorzuzeigen. Und was sich draussen erahnen liess, bestätigte sich drinnen auf den ersten Blick. HUSS UND HODN haben ein junges Publikum. Das sind wir "Alten Säcke" natürlich mittlerweile gewohnt, jedoch hätte ich ihr Publikum ein wenig breit gefächerter eingeschätzt. Das soll aber nicht von Nachteil sein, freu´ ich mich doch wenn die 1992 geborene Generation sich Sonntags abends aufmacht um vermeindlich guten Rap zu konsumieren. So. Also erstmal "Shake Hands" und dann musste man auch garnicht so lang warten. Als erstes beglückte uns die gesamte ENTOURAGE mit Ihren durch die Bank gut produzierten Beats, Highlights waren meines Erachtens jedoch rah gesäht. Die ENTOURAGE das sind der meiner Generation noch als talentierter Freestyle MCee der Neunziger Jahre im Kopf gebliebene O-FLOW, der auch nicht mehr so ganz junge und mir vorher unbekannte STEF DER CRASHTEST nebst dem joden CLODWIGPLATZ PÜTZ MONEY (4 Mille für die wahren "Oldskooler" us Kölle), der durchaus frische NOY RICHES, SYLABILL SPILL und nicht zu vergessen DJ Des alias HULK HODN der über die Jahre wohl sein "K" im Volksgarten verloren haben muss. (Den verstehen aber jetzt echt nur alle über dem dreißigsten Lebensjahr). Also ich für meinen Teil fand das Warm Up durchwegs gelungen. Gefallen haben mir STEF DER CRASHTEST und auch O-FLOW hat bis heute seinen runden Flow behalten. NOY RICHES, durch den ich vor Jahren überhaupt erst auf die ENTOURAGE aufmerksam geworden war hat mir leider zu wenig performed, schade, vielleicht war ich aber auch grad´ nur Bier holen. Beim jetzt schon als Klassiker einzuordnendem "Südstadt"-Track hab ich kräftig "gekopfnickt", fands aber schade, dass der RETROGOTT, der ja nun mal für ein paar Bars in dem Track gefeatured wird nur am Bühnenrand stand. Wer mir nicht so zusagte war SYLABILL SPILL. Ich will jetzt garnicht damit anfangen, eine Mischung aus ?!? und ?!?, aber seine flexend Art mit vermeintlichen Splatter Rap Phrasen samt schlechten Freestyle Einlagen haben mich zu einem weiteren Bier an der Theke gezwungen. Danke, das macht 2,50€ Ihr Geier. Nach ´ner guten Stunde war´s dann so weit. Ohne grosses Aufsehen kam der zwischen der ENTOURAGE kaum auffallende RETROGOTT auf die Bühne um mit einem SYLABILL/KURT HUSTLE Track in sein Programm überzugehen. Nach dem das auch überstanden war fand ich die ersten Minuten des Auftritts sehr amüsant. KURT HUSTLE trällerte über einen Reggae Tune ein paar unverständliche Worte, die Masse war gut gelaunt und der DJ verstand sein Handwerk. Ich muss an dieser Stelle mal sagen, dass ich nur ein paar Tracks aus´m Netz von den Jungs kenne. Und wie es halt so ist als Schreiberling, muss ich mir ein Bild von dem machen, was ich auf der Bühne sehe. An dieser Stelle möchte ich einen Kollegen zitieren, den ich im Bogen getroffen habe. Er bezeichnet quasi die Schnittstelle zwischen mir und den Kids, nicht nur vom Alter sondern auch vom "Drin sein in der Szene". Dieser hier namentlich nicht genannte "Maler" meinte auf meine noch zwiegespaltene Äusserung zum Gesamtding HUSS UND HODN: "Du kennst die Alben nicht, oder? Musste Dich schon ein paar mal reinhören aber dann ist echt witzig. Ist mal was anderes, ich feier´es". Und ich denke, das wird es sein. HUSS UND HODN haben einen gewissen Charme. Und natürlich sind mir 16-Jährige Kids die einem mitte Zwanzig Jährigem MCee auf guten, alten "Golden Ära" Beats lauschen lieber als die X-te "Gangster Kopie". Aber ich kann die vorausgegangenen Lorbeeren nicht so ganz so fröhlich verteilen wie manch "Szene Magazin". Die ganze ENTOURAGE ist ein sympathischer Haufen, aber ich finde sie machen nicht weltbewegendes, wollen es aber glaub´ich auch garnicht. Der oftmals erwähnte "Charm des Unprofesionellen" stört mich eher als das ich ihn gut finde. Da ich auf der Bühne lieber einen MCee mit einem gewissem Plan habe, als einen, der mindesten drei Mal am Abend, wenn auch charmant, "seine Parts verkackt", haben mich die Jungs "Live" jetzt nicht so vom Hocker gehauen. Zumindest aber haben sie mich auf Ihre Alben neugierig gemacht, das ist doch auch schon was. Und man muss fairer Weise sagen, dass ich aus genau der Generation komme, die in Form der ENTOURAGE hinter diesem jungen Rapper steht und schon einiges mehr gesehen habe als der durchschnittliche HUSS UND HODN Fan. Ich denke, die Jungs sind schon eine Bereicherung für den immer schon "Blinden Fleck" Köln, der es nie leicht hatte auf der "HipHop-Landkarte Deutschland" zu bestehen. Und wenn ich mich auch wiederhole, ich fand´s schön, ein paar Jungs in meinem Alter auf der Bühne zu sehen, die denn Kids zumindest einen HipHop präsentieren, der fern von "Hose in die Socken und meine Mutter beleidigen" war. Jetzt liegt es an all den anderen talentierten Künstlern aus Köln, mal Wind zu machen. HUSS UND HODN haben gut vorgelegt oder auch einfach nur Glück gehabt, leben wir doch in einer Zeit, in der Journalisten scheinbar allein schon zu beindrucken sind, wenn HipHop nicht "Gangster" ist. Alles in Allem hinterlässt KURT HUSTLE mit seinem DJ HULK HODN einen sympathischen und entspannten Eindruck und ich werde ihren Weg weiterhin interessiert verfolgen. Hoffentlich gefallen mir die Alben besser. ENDE.
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