Suche


Website Translator

Browse this website in:

Login



Urban Styles 20-21.09.2003 Drucken E-Mail
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 
Geschrieben von: Isa   

Das erste Urban Styles Festival inmitten Kölns fand auf dem Ehrenfelder Neptunplatz statt. Für eine solche Veranstaltung, und da waren sich alle einig, eine außergewöhnliche Location. Die Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen, war in den verschiedendsten Bereichen groß. Unter dem Motto "Respect for HipHop for Respect" hatte der Veranstalter sich große Ziele gesetzt, denn sollte am Ende finanziell ein Gewinn erwirtschaftet werden, so sollte dieser voll und ganz in die Jugendförderung fliessen. Leider reichten die Einnahmen aber nicht mal ganz für die Deckung der entstandenen Kosten, denn eine große Anzahl jugendlicher Besucher waren aufgrund ihrer Mithilfe im Vorfeld geladene Gäste. Dennoch sind die Besucherzahlen von ca. 2500 Leuten pro Tag ein gutes Resultat für den Start einer Festivalära, die sich ja erst noch einen Namen machen muss. Seinen ganz eigenen Charakter hat das Urban Styles in jedem Falle jetzt schon, denn an beiden Tagen herrschte in und um das Neptunbad herum eine sehr lockere und familiäre Athmosphäre. Dies hing vielleicht auch damit zusammen, dass sehr viele der Künstler aus Köln stammen und sich hier ja sowieso jeder kennt. So schrieb das LineUp beispielsweise Namen wie Bastlaz, Phat'n Fresh, Unity Squad, DCS, Noisy Stylus,Gentleman, Patrice, Bantu, die üblichen Verdächtigen,etc. Als ein wenig schade empfand ich dennoch den Start des Ganzen, denn als in den frühen Nachmittagsstunden ein paar Kölner Nachwuchs-crews, u.a. der Unity Squad und die B-Boy Crew Phat'n Fresh, ihr Können unter Beweis stellten, war lediglich ein kleiner Teil des erwarteten Publikums am Start. Das hat aber sicher auch mit der zentralen Lage des Festivals zu tun gehabt, denn ähnliches Verhalten konnte ja auch schon bei der diesjährigen Rheinkultur in Bonn beobachtet werden. Die Menschenmengen blieben auch hier nachmittags aus und ließen sich nur zu den Gigs bekannterer Gruppen bitten. Dagegen bei einem Splash in der Pampa hast du gar keine andere Wahl, da kannste nich ma eben nach Hause fahren und erst wiederkommen wenns dir passt! Das HipHop-Publikum scheint einfach zu verwöhnt zu sein. Schade, das. Dann aber bald schon der erste Massenmagnet. Gegen vier betraten Bushido und die Jungs von der Sekte die Bühne, die diesen Sommer auf ihrem Kreuzzug bei fast jedem Festival dabei waren. Und wie zu erwarten haben die Berliner auch in Köln eine eingeschweißte Fangemeinde vorgefunden, denn während der folgenden knappen Stunde gingen die Leute richtig ab. Das schien dann aber auch schon genug zu sein, denn eben diese angelockten Fans waren dann nach Ende des Aggro-Gigs auch schon wieder weg! Auch von den Berlinern selbst war backstage nicht mehr viel zu sehen, denn irgendwie schienen auch diese sich für das sonstige Treiben vor Ort nicht sonderlich zu interessieren. Wir dagegen blieben tapfer und wurden mit ein paar abwechslungsreichen Auftritten wie dem von Nefret oder den erneuten DMC Champions Noisy Stylus belohnt. Und siehe da, mit den Massiven Tönen gegen sechs war dann auch der Platz vor der Bühne voll. Zu den Auftritten von Patrice und Curse muss ich wohl nicht viele Worte verlieren, denn die haben ihren Job mal wieder großartig gemacht. Nach dem ereignisreichen Tag konnte aber von Ausruhen noch lange nicht die Rede sein, denn das Programm ging im Stadtgarten weiter. Die Aftershow Party war für Festivalbesucher im Ticket mit inbegriffen und somit drohte der Stadtgarten bald schon aus allen Nähten zu platzen. Auf dem Abendprogramm standen hier nochmals die beiden Jungs vom Unity Squad, die hier ein weit größeres Publikum vorfanden als gegen Mittag auf dem Neptunplatz. Weiter gings dann mit Reggae/Dancehall vom 1zu1 Soundsystem und später gabs natürlich auch noch jede Menge HipHop auf die Ohren. Auch viele der zuvor aufgetretenen Acts mischten sich unters Partyvolk.

Der Sonntag fing dann auch bei mir etwas später an, denn vom Vorabend gezeichnet musste ich mich auf müden Knochen zum Festival schleppen. Hier blieb aber nicht lange Zeit zu verschnaufen, denn mit der Killing Riddim Section, dem Ono und den Jungs von Future Rock wurden einem schließlich wieder Auftritte geboten, die des Festivalgasts volle Aufmerksamkeit erfordern. Ja, Ihr habt richtig gehört, Ono von Walking Large ist zurück aus der Versenkung. Und Future Rock gabs statt der eigentlich angekündigten Pyranja, die aber anscheinend genügend als Wochenend-Host eingespannt war.
Um halb fünf standen die Üblichen Verdächtigen auf dem Programm, die u.a. ihren Remix von Gangstaville und ein paar Tracks von Venturas neuem Album zum besten gaben. Der Auftritt der Porzer Jungs hob sich in dieser Weise erfrischend von anderen ab, da sie mal eben ein paar süße Mädels vom Fleck weg als Background-Tänzerinnen engagierten und ein paar B-Boy-Stöpseln die Möglichkeit gaben, groß raus zukommen. Darauffolgend durfte sich dann Olli Banjo mit einer springenden Platte rumschlagen, was ihn für den Rest des Tages, das Interview meines Kollegen Oli T. inbegriffen, ungemütlich stimmte. Richtig cool war dann aber der Auftritt von Ty, dessen ungewöhnliche Skills und Beats auf eine ziemlich geile Platte schliessen lassen, also mal nachhören. Auch auf Humor scheint der Londoner MC sehr viel Wert zu legen, so verwandelte er sich zwischenzeitlich mal in "IGOR!!" oder gestaltete auch die Kommunikation mit dem Publikum weniger followtheleader-mäßig. Am frühen Abend, und nach ein paar Diskussionen, ob er denn wirklich auftreten solle, gab dann Grandmaster Flash eine seiner beliebten Geschichtsstunden in Sachen HipHop und rollte das ganze von den Siebzigern ausgehend auf. Das Publikum war begeistert - "Nee, der Flash in Ehrenfeld!" Wenn der Mann nur nicht immer so die Diva raushängen lassen würde. Weiter im Old School, diesmal aber im Deutschen, bewegten wir uns dann mit Torch und Toni L., welche trotz seltener Präsenz in der letzten Zeit immer noch einen festen Fankreis vorweisen können und diesen auf dem Urban Styles auch vollends zufrieden stellten. Für meinen Geschmack war es jedoch von Torchs Seite aus zu sehr auf "ich bin ja so publikumsnah - ich bin einer von euch - ich komm jetzt zu euch runter - bei euch ist es viel schöner" gemünzt. Da hat er mir doch auf der After Show Party hinter den Plattentellern viel besser gefallen. In der LiveMusicHall leutete er die Feierlichkeiten mit Songs von David Bowie und Madonna ein, später löste ihn dann the one and only Grandmaster Flash mit einem seiner typischen OldSchool Sets ab. Die Party sollte jedoch leider schon früher enden als die vom Vorabend, denn die meisten Leute verließen die Lokalität so gegen drei,naja, irgendwann muss nach einem solchen Wochenende ja auch mal wieder gearbeitet werden.
Ich kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass alle Beteiligten ihren Spass hatten, mich eingeschlossen.

Isa

 
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by Firma