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...Splash, meine Damen und Herrn, ja da geht einiges, ja da geht einiges aufm Splash... Und was Tefla und Jaleel uns im Jahre 2000 mitteilten, ist immernoch der Fall. Auch wenn die Ausmaße des Geländes nach 2001 wieder etwas geschrumpft sind, so wird doch die Qualität des LineUps von Jahr zu Jahr hochkarätiger. Ganz im Gegensatz zu den "Campingplätzen". Übrigens, auch der Osten ist mittlerweile vor verstärkten Polizei-Kontrollen bei HipHop-Festivals nicht mehr sicher. Diesmal blieben auch wir nicht davon verschont, den Quatsch mit dem Verbandskasten und dem Warndreieck mitzumachen. Naja, wenigstens haben sie uns nicht noch gefilzt. Wir waren wahrscheinlich die einzigen Presseleute, die das Splash zeltenderweise verbracht haben, und wie sich das so gestaltete, da geb ich Euch mal einen kleinen Einblick. Begrüßt von unseren potentiellen Nachbarn, jeder von ihnen so ca. 120 Kilo schwer, wurden wir am Donnerstag gleich lauthals. Diese offerierten mir freundlicherweise dann auch gleich den Geschlechtsverkehr, wie sympathisch! Unmittelbar nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten und das Gepäck darin verstaut war, gab es dann einen heftigen Schauer, der das Stoppelfeld, das sich wie jedes Jahr "Campingplatz" schimpft, in einen Sumpf verwandelte. Dieser Schauer sollte aber fürs ansonsten bombenheiße Wochenende der einzige bleiben und damit ließ sich das bischen Regen doch locker verkraften. Dann die zweite symphatische Begegnung. Meine Ex-Nachbarn vom Kölner SummerJam, ein kleiner Albtraum, sind auch am Start, 600 km von zuhause entfernt kreuzen ausgerechnet die unseren Weg und laden uns auch gleich zu sich auf den Zeltplatz ein. Und als ich diesen verdreckten Haufen so sah, fand ich meine Schwergewichte von Nachbarn schon garnicht mehr so schlimm. Noch was für diejenigen, die mal mit dem Gedanken gespielt haben, sich in einem der anliegenden Gärten niederzulassen, der Spass kostet einen pro Kopf pro Tag 10 € + 20 € pro Zelt pro Tag + 10 € fürs Duschen. Ach ja, der Pkw darf sogar umsonst parken! Also da könnt Ihr auch gleich ins Hotel ziehen. Am Freitag begann der erste offizielle Festivaltag dann in guter alter Splash-Tradition. Diese besagt nämlich, dass man die insgesamt 25000 Headz erstmal zwei Stunden über die angekündigte Öffnungszeit hinaus warten lässt, ohne diese wenigstens darüber aufzuklären, wielang sie sich noch die Beine in den Bauch stehen dürfen. So gab es dann nach dem Opening des Geländes einen intensiven Ansturm auf den Badebereich des Stausees, um den Warteschweiss vom Körper zu waschen! Im Laufe des Tages wurden die Splash-Besucher dann mit Auftritten von Team Eimsbush, den Jungs aus dem 45 Scientific Lager, dem Friendly Fire Showcase und den Massiven für die Verzögerung entschädigt und ein jeder fieberte den Auftritten von De la soul und Gangstarr entgegen. Und die Erwartungshaltungen wurden auch absolut erfüllt. So kann ich mich bis jetzt nicht entscheiden, welchen der beiden Meilensteine des HipHop ich besser fand. Zum guten Schluss des Freitag Abends traten dann noch die Beginner auf, die sich zunächst zutiefst dafür entschuldigten, der Headliner des Abends zu sein, und das nach den Auftritten von Dela und Gangstarr. Schämen mussten sie sich aber trotzdem nicht, denn die Zeitreise in der Telefonzelle, mit welcher sie uns in die Bambule Zeit zurückbrachten, war doch äußerst unterhaltsam und auch die neuen Tracks wie "Fäule" und "wer bistn du?" bewiesen deutlich ihre Festivaltauglichkeit. Der Samstag begann mit einer langen Schlange vor den Fa-Duschen. Da ärgert man sich dann doch ein wenig, dass die Splashgäste ja doch einen gewissen Sinn für Hygiene haben. Frisch geduscht gings dann wieder auf zum Festivalgelände. Der Samstagmittag stand ganz im Zeichen Aggro-Berlins. Das scheint sich ja langsam zum absoluten Hype zu entwickeln, denn auf dem Zeltplatz lief die Platte von Bushido oder der Sekte alle drei Tage rauf und runter. Man scheint darüber fast zu vergessen, dass nicht alles, was aus Berlin kommt, Aggro ist! Bevor es aber losging, konnte man Messut hinter der Bühne mal so richtig laufen sehen. Ich muss zugeben, ich war etwas verwirrt, und fragte mich, ob er nicht auftreten wolle, denn er rannte von der Bühne weg. Etwa eine Drittel-Minute später liefen dann vier neongelbe Männchen an mir vorbei in dieselbe Richtung. Zurück kamen sie dann mit einem nach Atem ringenden Messut im Arm, der nur sagte: "Warum macht Ihr denn so einen Wind wegen so ner Kleinigkeit?" Der Berliner hatte seiner Stadt nämlich mit Edding an irgendeiner Wand Respekt zollen wollen, was die Ordner garnicht witzig fanden. Zum Auftritt der Sekte war er dann aber pünktlich wieder da. Auch Bushido wurde von der Menge gefeiert. Mit dem Ausspruch:"Ihr wollt doch auch ein paar Titten auf der Bühne sehen!?" forderte er ein paar Mädels aus dem Publikum auf, ihre Hintern auf die Bühne zu schwingen, und alles zu shaken, was sie so zu bieten hatten. Aber bitte leichtbekleidet!! Ein charmanter Junge, was? Das schreckte die Mädels aber nicht ab, seinem Wunsch nachzukommen. Naja, wenn man auf sowas steht. Das erste Highlight (in meinen Augen) gab es aber mit dem Auftritt von Petey Pablo. Hier zog es auch jede Menge VIPs in den Pressegraben, um die Action verfolgen zu können. Der Rapper aus dem Dirty South brachte bei "Raise up" die komplette Splash-Gemeinde dazu, Ihre Shirts und Handtücher über den Köpfen kreisen zu lassen, was einem aus Bühnenhöhe einen Wahnsinns-Anblick bot. Aber Petey Pablo wollte noch höher hinaus, und beschloss daher, das Bühnengerüst hochzuklettern, von wo aus er sich ein besseres Bild über die Menge machen konnte. Hier hat jemand wirklich Einsatz gezeigt. Ein weiterer Hingucker des Abends war Curse, der die Stage im weissen Anzug betrat. Das feierliche Gewand hatte auch seinen Grund, denn mit ihm kamen nicht nur Xavier und Gentleman, sondern auch gleich ein ganzes Streicher-Orchester, mit deren Hilfe er eine so beeindruckende Version von "Was ist jetzt?" zum besten gab, dass man Gänsehaut bekam. Headliner des Abends waren Redman und Erick Sermon vom Def Squad. Und zu deren Ankunft wurde es im Backstage Bereich richtig ungemütlich. Der Pressegraben wurde komplett geräumt, so dass sich alle vor dem Bühnen-Eingang versammelten, um Red und E-Dub wenigstens für ein paar Sekunden sehen zu können. Besonders beigetragen zu einem verärgerten Klima haben die sogenannten Ordner an diesem Abend. Selten nur habe ich so asoziale Securities erlebt, wie man sie vor der HipHop-Stage antreffen konnte, denn es wurde während des Auftritts immer wieder gerne der Gartenschlauch in die Menge filmender & fotografierender Presseleute gehalten - ob diese Primaten in ihrem Denken wirklich so beschränkt sind, dass sie meinen, das macht dem scheiße teuren Equipment ja nichts aus, oder ob es ihnen gerade aus diesem Grund so riesigen Spaß bereitete, darüber scheiden sich die Geister! Aber dann den Jungs, die Redman nicht nur hören sondern auch sehen wollen, gleich ein paar auf die Schnauze androhen, weil sie ein Stück Plane von der Absperrung abgerissen haben. Da hieß es dann: "hast dö aigntlisch ne Ahnüng, was der m² so köstet. Wenn isch dir da rüber kömm, dann hau isch Dir n paar aufs Maul!" - Danke für den freundlichen Hinweis, Mr. Drillinstructor! Auch Redman entdeckte im Laufe seines Gigs die Gartenbrause für sich und bewässerte das Publikum im Takt. Auch am Sonntag knallte die Sonne nur so. Aber wer wird sich denn über gutes Wetter beschweren. Das Fazit zu dem Gig Mellow Mark's: Er bleibt sich selbst treu. Immernoch der alte, pseudo-revolutionäre improvisierende, Langweiler wie eh und je. Jedoch eine neue Seite an ihm haben wir entdeckt, denn er ist auch noch ein pseudo-Umweltschützer. Den Titel hat er sich nämlich mit seiner luftverpestenden Rostgurke, einem alten VW-Bus, verdient. Ja, das Image, beim verfluchten Kommerz nicht mitzuziehen, ist ja auch viel wichtiger als ein Katalysator. Ebenfalls am Sonntag zu sehen gab es den Auftritt von Patrice. Während andere Stars im BMW oder Benz bis vor die Bühne chauffiert wurden, kam der Kerpener einfach mal ganz unscheinbar zu Fuss, jedoch ein wenig desorientiert, wo er den Rest seiner Band findet. Patrice's Show war wie immer großartig. Backstage unter den "Normal-VIPs" konnte er sich nur leider nicht lange aufhalten, da die dort anzutreffende Frauenwelt einfach nicht von ihm ablassen konnte. Der Arme musste seine Entspannung dann, abgeschnitten von dem Rest der Splash-Welt, im Artistbereich suchen. Mädels, so wird das nie was! Eine absolute Überraschung beinhaltete der Auftritt von Slum Village am Sonntag Abend, denn als die drei Jungs auf die Bühne kamen, dachte ich nur: wer ist das denn? Die sahen in natura völlig anders aus, als auf zahlreichen Abbildungen, wie man sie aus Zeitschriften kennt. Nur baatin sah sich selbst ein wenig ähnlich. Ansonsten sind die Jungs körperlich um einiges umfangreicher als erwartet. Als sie ihre Show dann beginnt, besteht jedoch kein Zweifel mehr an ihrer Echtheit, obwohl ich doch etwas mehr erwartet hätte. Etwas mehr vom neuen Album, etwas mehr eben von so einer hochkarätigen Band wie Slum Village. Wenn schlußendlich Bilanz ziehen darf, das Wochenende im Zeichen des Splash war doch voll und ganz gelungen und die Misstände im Campingbereich etc. wurden ja schon oft genug in geläufigen Foren durchgekaut. Meine Meinung dazu: um ein solches HipHop-Juwel an LignUp auf sich wirken lassen zu können, nehm ich doch so einiges in Kauf, also spart Euch das Gemecker, Ihr seid doch keine Heulsusen. Auf das wir uns dort wiedersehen, Isa
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