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23rd Summerjam 2008 Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Claudia Wagstyl   

Viele Stände mit leckerem Essen, ausgefallener Kleidung und Accessoires, sowie tollen Acts und noch mehr Reggaebegeisterten Menschen. Das alles zusammen nennt sich SUMMERJAM. Jedes Jahr einfach geil und jedes Jahr immer besser. Nirgends sonst entdeckt man auf einem Festival größere Altersunterschiede. Von Baby bis Kleinkind über Teenie und Erwachsen zu Senior ist alles vorhanden. Und jedem einzelnen gefällt es; Die meisten kommen nicht umsonst Jahr für Jahr wieder um wieder in dem ganzen Troubel zu stecken. Das ewige Anstehen und die Taschenkontrolle am Eingang, genauso wie das Gedrängel an den beiden Bühnen machen die Summerjam unvergesslich. Viele reisen von weit her, unter anderem aus weiten Teilen Deutschlands, aber auch französisches Publikum sieht man nicht zu selten.

Schon zum Beginn des Freitags trat Ganjaman auf, den wir schon von den letzten Jams kennen, allerdings nicht als Sänger, sondern als Moderator. Er brachte die kleinere Menge zum tanzen. Leider wirklich noch relativ klein, da viele noch nicht reingekommen oder angekommen sind. Dennoch ging die Menge mindesten so ab, als ob es doppelt so viele gewesen wären. Nach einem Zwischenact kam dann auf derselben Bühne Ziggi & The Renaissance Band. Der in Rotterdam geborene Ricardo, wie er mit bürgerlichem Namen heißt brachte die Zuschauer zum heizen. Aber in sowas ist er schon geübter. Alleine vom Summerjam davor und vielen diversen andern Jams hat er die Erfahrung gesammelt.

Bevor die headliner Culcha Candela und Mr. Vegas am Ende des Abends auf die Bühne traten, kamen noch gute Acts, wie zum Beispiel Ce´cile, Lady Saw, und Busy Signal. Ce´cile, die großartige Sängerin trat mal wieder in einem schönen und sexy Outfit auf. Die wirklich sehr sympathische Frau sang aber nicht nur allein, sondern präsentierte uns auch ihr Duett mit Ziggi. Bei diesem Song passt einfach alles zusammen. Ce´cile und Ziggi sind zusammen auf der Bühne einfach nur ein Traum. Sie tanzen gut zusammen und singen das Publikum nieder. Man kann fast schon sagen: ein Traumdou.

Ebenfalls trat Lady Saw auf, die zweite der zwei starken Frauen in dem Business. Wenn man Lady Saw schon eine längere Zeit nicht gesehen hat, musste man wirklich staunen: Sie hat sich äußerlich stark verändert. Schon allein sind aus schwarzen Haaren hellblonde geworden. Jedoch ist ihre Musik genau so gut, wenn nicht noch besser geworden. Man merkt, dass sie sich stark positiv verändert hat.

Und dann war es endlich soweit…viele Kids und erwachsene standen seit Stunden an der roten Bühne um sich den Platz ganz weit vorne zu sichern um das Schauspiel der Berliner Jungs zu sehen. Aber Schauspiel ist da etwas untertrieben. Ein richtiges Spektakel. Dabei ist die Musik so gut, leider wurde diese von einem Auftritt untermalt, der leider nun wirklich nicht dahin passte. Wo war die Freundlichkeit der schlichten Auftritte geblieben? Einfach nur Musik und Party auf der Bühne, das war es was eigentlich jeder sehen wollte. Aber dadurch, dass die Band echt gut ist, konnte man auch über die riesengroße Glitzerkugel hinwegsehen, in der das Mischpult stand. Knappe 1 ½ Stunden wurde die Masse dazu gebracht Strechtübungen in Form von Kniebeugen zu machen, oder nach links, bzw. nach rechts zu laufen, und dann wieder hoch und runter und die Arme nach rechts und links schwingen. Während dieses phänomenalen Auftrittes trat Mr. Vegas auf der anderen Bühne auf. Mr. Vegas ist einer der wichtigsten Vertreter des Dancehalls, der mittlerweile ins Reggaeton geht. Auch er brachte die Bühne und die Menschen davor zu kochen. Nach diesem Act endete auch dieser Tag.
Der zweite Tag begann mit dem einzigartigen Sebastian Sturm. Kaum ein anderer verkörpert seine Lieder so gut. Man braucht nicht das geringste zu verstehen und kann dennoch erkennen, worum es im Groben in dem Lied geht. Nach längerer Pause trat nach langem Erwarten Jah Cure auf. Viele hatten ihn schon erwartet, da er längere Zeit nicht mehr auf einer Bühne gesehen wurde. Acht Jahre lang saß Jah Cure im Knast auf Grund von Vergewaltigung und Waffenbesitz. Eigentlich sollten es ursprünglich sogar 15 Jahre sein, doch diese wurden vorzeitig beendet. Ein Glück kann man sagen, sonst wäre er sicher nicht auf dieser Summerjam gewesen. Sogar im Gefängnis wurde Jah Cure gemanagt und brachte dort auch 2 Singles raus. Kurz nach seiner Entlassung brachte Jah Cure das Album „True Reflections…A New Beginning“ raus, auf dem unter anderem ein Feature mit Gentleman drauf war.

Direkt an Jah Cure angeschlossen, kam Alpha Blondy & The Solar System auf die Bühne. Der an der Elfenbeinküste geborene Seydou Kone hatte schon viel in seinem Leben erlebt. Vielleicht ist das, das Geheimrezept zu seiner Musik. Den Durchbruch schaffte er mit seinem Album „Jerusalem“ auf dem er auf Hebräisch, Englisch, Französisch, Arabisch und anderen Westafrikanischen Sprachen sang. Mit dem Song Jerusalem beginnt er jeden Auftritt. Es ist sein längstes Lied und wahrscheinlich auch das was er am liebsten präsentiert.

Noch vor den Headlinern kam der in Frankreich sehr beliebte Patrice. Was soll man schon sagen: Patrice halt. Gute ruhige Musik. Man kann zwar kaum dazu abgehen, aber man kann dazu kuscheln. Es ist eine Mischung auf Soul, Rap, Jazz und Hip Hop. Nicht umsonst ist er Mitglied bei den Brothers Keepers und sang dort auch schon mit. Den Zuschauern gefällt jedenfalls was er macht, warum sonst wäre das Gelände bis nach hinten voll gewesen?

Als Headliner des Tages standen fast zeitgleich Shaggy und Common auf den Bühnen. Allerdings hatte Shaggy ein wenig mehr Publikum und einen richtig guten Auftritt. Schon zu Beginn brachte er einen Hammersong; „Boombastic“. Jeder kennt diesen Song, doch mit der Performance wurde „Boombastic“ zu einem nicht vergessenden Erlebnis. Shaggy gab einfach alles. Erotik mit viel Witz und die Masse hörte nicht mehr auf zu schreien. Man kann sogar sagen, sie kriegten sich nicht mehr ein. Sehr gut natürlich für Shaggy, der einen Knüller nach dem anderen brachte und nicht zuletzt mit „Feel the Rush“ aufhörte, der Fußball-Europameisterschafts-Hymne. Dazwischen kamen noch Songs wie, „Hey sexy Lady“, die natürlich auch jeder kennt und selbstverständlich dazu tanzen kann.

Mit Dr. Ring Ding begann der leider dritte und letzte Tag der Summerjam 2008. Doch das sollte keineswegs etwas schlechtes heißen, denn die Acts des Tages, waren mindestens genau so aufregend, wie an den beiden Tagen zuvor. Dr. Ring Ding zeigte uns zur frühen Stunde schon was es heißt, Spaß auf der Bühne zu haben und die Masse zum Schaukeln zu bringen.

Kurze Zeit später standen schon auf der grünen Bühne die Looptroop Rockers bereit. Eine echt klasse HipHop Crew. MC Promoe der Schwede mit den Super-Dreads brachte leider nur eine kleine Menge zur Bühne, obwohl die Looptroop Rockers wirklich exzellente Musik machen. HipHop kann eigentlich kaum mehr besser klingen. Bässe, Rhythmus und was man sich noch wünschen kann. Alles ist bei dieser Band vorhanden.

Anschließend trat Dub Inc. auf. Schon öfters hatte man von dem kleinen Ungaren gehört, dessen Texte kaum zu verstehen sind. Man traut kaum seinen Ohren wenn diese Band mit dem Sänger auftritt. Es hört sich so dermaßen schnell und zungenbrecherisch an, dass man sich fragen muss, wie das überhaupt funktionieren kann. Zungenakrobatik pur. Dennoch sind die Songs einfach geil und passen wirklich zu allem. Man kann ebenso gut dazu abdancen, wie auch einfach nur staunend und chillig davor sitzen. Ein weiteres Highlight dieses Tages waren selbstverständlich Mono und Nikitaman, die uns auch vor zwei Jahren schon beehrt hatten. Immer wieder ein Hit die beiden zusammen. Die Texte sind einfach nur super und tiefgründig wertvoll. Aber auch Luciano, der kurz vor den Headlinern auftreten durfte, machte sich unvergesslich. Das mit Recht. Er stürmte die Bühne und machte sie zu seinem Besitz, was niemand sonst so gut bewahrt hätte wie er.

Zu guter letzt - an diesem schon sehr verlassenen Abend - traten parallel Clueso und Stephen Marley auf. Stephen Marley ist eine Mischung aus Roots-Reggae und Ragga. Stephen Marley brachte denselben Fahnenschwinger mit, wie Damian Marley ihn auch hat. Dazu kam aber noch, dass auch der Sohn von Stephen mit einer Fahne auf der Bühne stand.

Alles in Allem war das mal wieder – wie soll es auch anders sein – eine unvergessliche Summerjam 2008. Zum Abschluss gab es selbstverständlich das typische Feuerwerk und fast alle sind langsam na Hause oder zum Zelt getrottet, um sich noch am heutigen Tag oder erst am morgigen auf den Weg na Hause zu machen.

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